Das Trilemma der Stadtentwicklung
Bürgerbeteiligung, Kommunikation und Digitalisierung: Das ist das unsichtbare Dreieck, das die Zukunft unserer Städte bestimmt!
Das Böckenförde-Dilemma
Das sogenannte Böckenförde-Dilemma beschreibt die Herausforderungen, vor denen wir in der heutigen Gesellschaft stehen:
„Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“
Diese Erkenntnis des Staatsrechtlers Ernst-Wolfgang Böckenförde ist auch für die kommunale Verwaltung von zentraler Bedeutung.
Wir erleben derzeit, dass die Digitalisierung, die Kommunikation und die Bürgerbeteiligung eng miteinander verwoben sind. Die Erfolge in einem dieser Bereiche hängen entscheidend von den anderen ab:
Digitalisierung der Verwaltungsprozesse: Hier ist die Unterstützung durch die Politik unerlässlich. Digitalisierung ist nicht nur ein technischer Prozess, sondern erfordert auch die Bereitschaft zur Veränderung seitens der Mitarbeiter*innen.
Kommunikation der Verwaltung: Für gelingende Kommunikation braucht es einen Dialog, der nur dann entsteht, wenn die politischen Entscheidungsträger die Rahmenbedingungen dafür schaffen.
Bürgerbeteiligung: Eine funktionierende Bürgerbeteiligung kann nur in einem Regelwerk gedeihen, das die Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft fördert.
Was also tun?
Wir müssen gemeinsam und zügig handeln. Die Politik und die Verwaltung müssen:
Die Mitarbeiter*innen befähigen: Glaubwürdig vermitteln, dass Digitalisierung und dialogorientierte Kommunikation essenziell sind für eine bürgerorientierte Verwaltung.
Ressourcen bereitstellen: Finanzielle und personelle Mittel gewährleisten, um die notwendige Veränderungsbereitschaft und Lernfähigkeit zu fördern.
Einvernehmen über Bürgerbeteiligung herstellen: Klare Spielregeln definieren und gemeinsam Lösungen entwickeln, um den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren zu ermöglichen.
Die Herausforderungen sind groß, aber die Chancen ebenso.
Nur wenn wir gemeinsam Verantwortung übernehmen, können wir eine Verwaltung schaffen, die flexibel und bürgernah ist. Lassen Sie uns diesen Wandel als Chance sehen, unsere Städte fit für die Zukunft zu machen.
Michael Geffken ist ein Pionier der Digitalisierung in der Medienbranche. Er hat viele Jahre lang die Leipzig School of Media aufgebaut und geleitet, ehe er in die kommunale Beratung gewechselt ist. Er hat zahlreiche Fachartikel zu Journalismus, Kommunikation und Marketing veröffentlicht und ist Mitherausgeber des ’Handlexikon Public Affairs’.