Altes Ende und neuer Anfang

Menschen aus Stadthagen stehen auf dem Marktplatz und tauschen sich im Rahmen einer Bürgerbeteiligung aus.

Ein Bekenntnis vorweg:

Mit Stadtentwicklung hatten wir bei Morgenraum_ eigentlich nichts zu tun. Zu dem Thema sind wir wie die Jungfrau zum Kinde gekommen.

Unsere Leidenschaft, die Stadt als Lebensort zu gestalten, konnte nur entstehen, weil im Frühjahr 2022 eine große Portion Glück und gutes Timing zusammenfanden.

In der Zeit klopfte die Stadt Stadthagen bei uns an und fragte: ‘Wollen wir nicht gemeinsam einen Innovationsprozess gestalten?’

‘Na klar’, dachten wir uns, ‘was kann schon schiefgehen?’ Nicht ahnend, dass Stadtentwicklung ein komplexes und langwieriges Unterfangen sein kann.

Aber Glaube versetzt bekanntlich Berge – und das passt gut zu unserer Überzeugung, dass es nicht darum geht, alles sofort zu wissen, sondern darum, es gemeinsam herauszufinden.

Also haben wir uns auf eine Lernreise begeben, auf der wir nach wie vor sind und auch noch lange bleiben wollen.

Gründung aus heiterem Himmel

Aus diesem Wunsch und dieser Haltung heraus haben wir die Firma dann gegründet und Morgenraum_ getauft – als Ausdruck dafür, dass wir genauso wie alle, die das Morgen gestalten wollen, heute den Raum dafür brauchen.

Für uns bedeutete Morgenraum_ vom ersten Moment an: die Menschen vor Ort zusammenzubringen.

In unserem Stadthagen-Projekt bestand die Aufgabe darin, möglichst viele Blickwinkel aus der Bevölkerung im Rahmen einer groß angelegten Bürgerbefragung zu sehen, zu verstehen und auszuwerten.

Nicht immer kommen in solchen Prozessen wirklich unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zu Wort. Gerne übersehen werden Jugendliche, Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit Migrationshintergrund.

Aus diesem Grund haben wir das gesamte Projekt siebensprachig angelegt, Altenheime und Schulen besucht sowie beim Fest der Kulturen mitgefeiert (und wurden dabei sogar von einer Familie zum Abendessen eingeladen). Hier ein Einblick in das Projekt:

Über 1.500 Rückmeldungen konnten wir – begleitet von einer breiten medialen Kampagne – am Ende sammeln und auswerten. Diese Daten sind bis heute Grundlage des nach wie vor dynamischen Innovationsprozesses vor Ort.

Ein voller Erfolg also, der anschließend sogar mit dem Award „Innovative Wirtschaftsförderungen” prämiert wurde. Was uns natürlich Mut für die nächsten Schritte gemacht hat.

Alles bleibt anders – mit neuer Technologie

Frisch beseelt stürzten wir uns einige A2-Ausfahrten hinter Stadthagen in unser nächstes Projekt: Rinteln morgen – Leerstand neu gedacht.

Anlass dafür war das Bestreben der Stadt Rinteln, neue Ansätze in der Stadtgestaltung zu finden. Ein Anlass, der nur allzu vielen Städten bekannt ist, die mit geschlossenen Läden, Restaurants und Freizeiteinrichtungen und dem Verlust von Innenstadt-Attraktivität ringen.

In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und der regionalen Wirtschaftsförderung haben wir vor Ort ein leerstehendes Modehaus zum Raum der Kollaboration und Innovation umgestaltet, dabei die Schaufenster zu digitalen Stadtfenstern ausgebaut und Community-Events durchgeführt. Das Ziel war: neue Geschäftsmodelle vor Ort finden und Gründerinnen und Gründer in einem Ideen-Wettbewerb identifizieren.

Ein echtes Abenteuer, an das wir uns nicht nur gerne zurückerinnern, sondern das auch einen Meilenstein in unserer Entwicklung markierte.

Die Besonderheit in dem Projekt lag darin, dass wir erstmals in unserer Geschichte eine eigene Technologie verwendet haben: unsere digitalen Stadtfenster, die Bürgerinteraktion durch Schaufensterglas hindurch ermöglichen.

So ist dieses Projekt gewisserweise zum Prototypen für vieles geworden, was wir heute anbieten: smarte Tools, die verbinden.

Die Bürgermeisterin von Rinteln nimmt an unserer Umfrage im digitalen Stadtfenster teil. 

Die Bürgermeisterin von Rinteln nimmt an unserer Umfrage im digitalen Stadtfenster teil. 

Ein Schritt zurück und viele Formate nach vorne

Die Erfahrungen in unseren Pilotprojekten in Stadthagen und Rinteln waren es, die in uns Vorstellungskraft für das geweckt haben, was Morgenraum_ werden könnte. Es folgten zahlreiche weitere Projekte (hier nachzulesen), in denen wir rat- und tatkräftig mit und in Städten unterwegs waren.

Wir haben aber zugleich gemerkt: Um unserem Anliegen gerecht werden zu können, müssen wir uns nach innen und außen auch entsprechend aufstellen: authentisch, sinnvoll innovativ und nachhaltig.

Wir wollten keine Silvesterrakete sein, die einmal schön knallt und dann verpufft. Im Gegenteil: Unser Anliegen war es, die Menschen vor Ort stärker mit ihrer Stadt zu verbinden und zugleich die Arbeit der Stadtverwaltung zu vereinfachen, ohne dass es dafür einen immensen Förderkulissen-Aufwand bedarf.

Eine Design-Challenge, der wir uns im Winter 2023 gestellt haben.

In dieser Zeit haben wir uns zurückgezogen, entwickelt, getestet, Feedback eingesammelt – und wieder von vorne. Im Ergebnis sind zahlreiche Angebote entstanden:

Wir hoffen damit, eine positive Wirkung auf unsere Städte, auf unsere Lebens- und Arbeitsorte nehmen zu können.

Neue Gesichter, neue Kultur

Das Wichtigste aber, das in den zurückliegenden Monaten entstanden ist: eine neue Kultur in unserem Team durch viele neue Gesichter mit vielen neuen Ideen. Partnerinnen und Partner, die unser Anliegen teilen und die Werte, mit denen wir es verwirklichen wollen.

Morgenraum_ will in erster Linie selbst die Veränderung sein, die es in der Welt sehen will.

Bild vom Morgenraum-Team.

In einem Logbuch wollen wir künftig alle an unserer Reise teilhaben lassen, die daran interessiert sind. Umgekehrt wünschen wir uns, von anderen Menschen und Organisationen zu lernen, die selbst im Bereich der Stadtentwicklung unterwegs sind.

In diesem Sinne teilen wir hier einmal ein Video von unserer ersten Team-Party – und hoffen, dass es künftig viel zu feiern gibt in der Stadt mit Zukunft.

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